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Interview mit Frank Roser über die EM in Spanien und die Warriors

Frank Roser, Trainer der Jugendnationalmannschaft, Trainer der Bayerischen Jugendauswahl und Headcoach der Jugendmannschaft der Augsburg Raptors kommt gerade von der Europameisterschaft in Sevilla (Spanien) zurück. Grund genug, Frank Roser, persönlich zu dem Verlauf der EM und zu American Football zu befragen:

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Franky, Du kommst gerade in Deiner Funktion als Jugendnationaltrainer aus Sevilla von der Europameisterschaft zurück. Wie lange bist Du schon Jugendnationaltrainer?

„Dies war mein erstes Jahr als Trainer in der Jugendnationalmannschaft. Ich hatte mich zwar auch schon mal 2009 beworben und war auch als Assistenztrainer beim Sichtungstraining in Gießen dabei, jedoch hatte es damals noch nicht gereicht. Dieses Jahr hab‘ ich es erneut versucht und diesmal mit mehr Erfolg“.

Und welche Trainerposition hast Du in der Jugendnationalmannschaft?

„Ich bin einer der Postitionstrainer und meine Unit sind die Quarterbacks, eine Position die ich selber lange gespielt habe und die man gerne mit der Position des Spielführers im Fußball vergleicht, um auch für nicht Footballfans einen groben Vergleich herstellen zu können.“

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen um Jugendnationaltrainer im American Football zu werden?

„Ich finde das Allerwichtigste ist es, die Leidenschaft für den Sport und besonders für das Coachen von Jugendlichen zu haben, da dies auf jedem Niveau von enormer Bedeutung ist. Wird das innere Feuer der jungen Athleten geweckt und werden ihnen die verschiedenen Techniken und taktischen Eigenschaften des Spiels beigebracht, ist das die halbe Miete. Hier kommen wir aber auch zum Unterschied. Das spielerische Niveau auf der Nationalmannschaftsebene ist höher als im Verein und daher steigen auch die Anforderungen an den Coach. Die Jungs merken sehr schnell ob ein Coach Ahnung hat oder nicht. Nationalmannschaftstrainer zu sein bedeutet auch bereit zu sein auf Schlaf zu verzichten, da viele Videoanalysen und Besprechungen anstehen, was sehr anstrengend ist aber auch enorm viel Spass macht.“

Wie hat die deutsche Jugendnationalmannschaft bei der Europameisterschaft abgeschnitten?

„Unser Ziel war ganz klar die Titelverteidigung, jedoch sind wir am Ende auf dem 4. Platz gelandet hinter Österreich, Frankreich und Schweden.“

Kannst Du uns einen kurzen Spielbericht zur EM aus Deiner Sicht geben?

„Unser erstes Spiel haben wir knapp mit 7 : 14 gegen Österreich verloren. Österreich hatte ein gutes Team, jedoch waren sie keineswegs unschlagbar. Wenn man ein Spiel verliert gibtes im Nachhinein immer viele Gründe, jedoch glaube ich, dass wir in der Offense einfach nicht richtig ins Spiel gefunden haben. Es waren viele Konzentrationsfehler dabei und auf diesem Niveau werden Fehler eben sofort bestraft. Das zweite Spiel, welches vier Tage später stattfand gegen Dänemark, haben wir dann knapp mit 12 : 7 gewonnen. Wenn wir von spanischem Wetter reden, denken wir natürlich an Sonnenschein. Nicht an diesem Tag. An diesem Tag kam ein richtiger Regenschauer auf uns zu. Während dem Aufwärmen hörte es sich an, als wenn ein Zug vorbeifährt, jedoch war es ein enormer Regenschauer. Beide Mannschaften hatten mit dem Wetter zu kämpfen, doch wir haben weniger Fehler gemacht und durch die erneut sehr stark spielende Defense und nun auch durch die Offense, welche wesentlich besser ins Spiel gefunden hat als gegen Österreich sind wir am Ende als Sieger vom Platz gegangen. Im Gegensatz zum ersten Spiel haben wir gegen Dänemark den Ball bewegt und auch Punkte auf die Anzeigetafel gebracht. Es war ein sehr emotionales Spiel und ein weiterer Interessanter Punkt war, dass wir auch mit Team Dänemark im gleichen Hotel waren und man somit sagen konnte, dass es ein Spiel um das Hausrecht war. Im dritten Spiel, dem sogenannten kleinen Finale, unterlagen wir Schweden in einem weiteren engen Spiel mit 14:21. Wir hatten am Anfang des Spiels viele Fehler gemacht und diese wurden zu unserem Unglück von Schweden auch gleich in Punkte umgewandelt, so dass wir sehr früh mit 0:14 hinten lagen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt des Spiels aufgegeben, was sehr für den Charakter der Mannschaft spricht, jedoch haben wir es leider nicht mehr geschafft das Blatt zu wenden. Wie heißt es so schön im Sport, die Mannschaft welche weniger Fehler macht gewinnt.“

Welche Erfahrungen konntest du sammeln und ist Deine Zeit als Jugendnationaltrainer nun vorbei oder wirst du auch bei der nächsten Europameisterschaft mit dabei sein?

„Diese zwei Wochen mit der Jugendnationalmannschaft sind für mich eine unvergessliche Zeit und ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit bekommen habe ein Teil davon zu sein und die Trainer und den Betreuerstab kennenzulernen. Ich konnte von den anderen Trainern eine Menge lernen, was ich auch definitiv mit in die Vereinsarbeit nehmen werde, aber was ich am meisten vermisse sind die Jungs. In dieser kurzen Zeit in der man zusammenarbeitet, lernt man die Kids besser kennen und da waren großartige Jungs dabei. Ich rede nicht nur von der sportlichen Leistung. Wir hatten eine Woche Trainingscamp in Straußberg mit vielen Trainingseinheiten und Videoanalysen. Danach ging es ab nach Spanien wo wir drei Spiele innerhalb einer Woche spielen mussten und natürlich auch Trainingseinheiten und Videoanalysen hatten. Da müssen die Jungs bist an ihre Leistungsgrenze gehen und genau das haben sie getan und nicht aufgegeben. Das hat mich sehr beeindruckt. Auch wenn das Ergebnis nicht das war, was wir uns vorgenommen haben, geht es in dem Sport doch um viel mehr als nur das Ergebnis. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Sie sind Champions, und ein Champion zu sein bedeutet nicht immer zu gewinnen, sondern Aufstehen wenn man gefallen ist und Weitermachen. Ich habe mein Bestes geben und hoffe natürlich, dass ich auch in Zukunft die Ehre haben werde für Deutschland an der Sideline zu stehen und mit den Jungs zu arbeiten. Es hat mir auf jeden Fall sehr viel Spass gemacht und wir werden sehen was die Zukunft bringt.“

Du bist ja auch Trainer der Bayerischen Jugendauswahl der „Warriors“. Welche Trainerfunktion hast Du in der Bayerischen Jugendauswahl?

„Bei den Warriors bin ich ebenfalls für die Quarterbacks zuständig und leite zusätzlich als Offense Coordinator noch die Offense. Ein Offense Coordinator gibt die Taktik vor und sagt während dem Spiel die Spielzüge an. Dies bedeutet natürlich auch eineMenge Verantwortung der ich mich gerne stelle.“

Und was steht für die Warriors als Nächstes an?

„Als Nächstes steht ein weiteres Trainingscamp vom 1.10 bis zum 3.10 an. Hier wird der Feinschliff vorgenommen für das Länderturnier am 22/23.10.2011, das dieses Jahr in Hamm stattfindet.“

Welche Ziele haben die Warriors in diesem Jahr?

„Ich denke kein Team geht in ein Turnier um zu sagen, ja wir wollen einfach dabei sein. Das Ziel ist deswegen für mich klar das Finale. Natürlich gab es auch bei den Warriors einige Veränderungen. Der Coaching Staff verfügt über viel Footballerfahrung und wir kennen uns auch alle sehr gut, jedoch ist es nun das erste Jahr, dass wir hier zusammenarbeiten. Natürlich werden die anderen Bundesländer etwas dagegen haben und es wird mit Sicherheit ein gutes Turnier werden. Was mich sehr freut ist, dass es von unserem Jugendteam vier Spieler bis ins Trainigscamp geschafft haben: Sheriff Kosick, Patrick Ungar, Florian Korb und Tobias Schwarz. Bis zum Minicamp hat es leider nur nicht für Sheriff gereicht. Doch ich bin mir sicher, dass er es nächstes Jahr schaffen wird und das auch ein paar neue Gesichter aus unserem Jugendteam bei der Auswahl anklopfen werden.“

Franky, vielen Dank für Deine Eindrücke. Wir wünschen dem Coaching Staff und der Mannschaft der Warriors viel Erfolg in Hamm.

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